Schaeffler Schweiz

 
 
 
 
 
 
PUBLIKATIONEN
 

Katalog | 2014-07
Preisliste 2014-07

 
WEITERE INFORMATIONEN

Produktkatalog mit Auswahl- und Beratungssystem

Wälzlager, Gleitlager, Zubehör
PUBLIKATIONEN
 

Katalog | 2014-04
Wälzlager
Kugellager Rollenlager Nadellager Laufrollen Lager für Gewindetriebe Spannlager, Gehäuseeinheiten Lagergehäuse Zubehör

 
 

Katalog | 2014-07
Großlager
Kugellager Rollenlager Stützrollen Gelenklager Lagergehäuse Zubehör

 
Produkte & Services

Wälzlager und Gleitlager

Lager für Drehbewegung werden als Wälzlager oder als Gleitlager ausgeführt. Man unterscheidet dabei, ob die auftretenden Kräfte zwischen den zueinander beweglichen Teilen durch rollende oder gleitende Elemente übertragen werden.

Wälzlager
Wälzlager bestehen im Allgemeinen aus zwei Lagerringen mit integrierten Laufbahnen. Zwischen den Ringen sind Wälzkörper angeordnet, die sich auf den Laufbahnen abwälzen. Als Wälzkörper werden Kugeln, Zylinderrollen, Nadelrollen, Kegelrollen und Tonnenrollen eingesetzt. Ein Käfig führt in der Regel die Wälzkörper, hält sie in gleichmäßigem Abstand zueinander und verhindert, dass sie sich gegenseitig berühren. Bei Nadellagern und bordlosen Pendelrollenlagern sorgt der Käfig zusätzlich für die richtige Lage der Rollkörperachse. Sind Lager zerlegbar, hält der Käfig die Wälzkörper zusammen und erleichtert dadurch den Einbau der Lager. Für besondere Anwendungen kommen auch vollkugelige, vollrollige und vollnadelige Wälzlager zum Einsatz.
Der Standard-Werkstoff für Blechkäfige ist Stahl, für manche Anwendungen auch Messing. Massivkäfige gibt es aus Messing, Stahl, Hartgewebe und weiteren Werkstoffen. Stark verbreitet sind auch Käfige aus thermoplastischen Kunststoffen, insbesondere solche aus glasfaserverstärktem Polyamid.
Laufringe und Wälzkörper sind überwiegend aus durchgehärtetem Chromstahl, daneben wird aber auch Einsatzstahl verwendet. Sonderlager für extreme Betriebsverhältnisse – Belastung, Drehzahl, Temperatur, Korrosion – bestehen aus temperaturfesten und/oder nichtrostenden Stählen, Kunststoff, Keramik sowie aus anderen Werkstoffen.
Wälzlager gibt es offen, sowie ein- und beidseitig abgedichtet. Die gängigsten Dichtungsarten sind Spalt- und Lippendichtungen.

Merkmale und Verwendung
Jede Wälzlager-Bauart hat charakteristische Eigenschaften, die sie für bestimmte Lagerungsfälle besonders geeignet macht. Allgemeingültige Regeln zur Wahl der Lagerart lassen sich jedoch nur bedingt aufstellen, da fast immer mehrere Faktoren berücksichtigt und gegeneinander abgewogen werden müssen. So sind meist neben der Belastung und Drehzahl auch Einflüsse wie Temperatur, Schmierung, Vibrationen, Einbau und Wartung usw. zu berücksichtigen. In vielen Fällen ist mindestens eine der Hauptabmessungen des Lagers – meist der Bohrungsdurchmesser – durch die Umgebungskonstruktion bereits festgelegt.
Wälzlager für überwiegend radiale Belastungen nennt man Radiallager. Die meisten Radiallager nehmen kombinierte Belastungen auf, z.B. Rillenkugellager, Schrägkugellager, Kegelrollenlager oder Pendelrollenlager. Zylinderrollenlager N, NU, die meisten Nadellager, Nadelhülsen sowie Nadelkränze sind lediglich radial belastbar.
Als Axiallager werden Wälzlager für überwiegend axiale Belastungen bezeichnet. Axial-Pendelrollenlager und einseitig wirkende Axial-Schrägkugellager nehmen kombinierte Axial- und Radiallasten auf. Die übrigen Axiallager eignen sich nur für Axiallasten.
Steht in radialer Richtung nur wenig Bauraum zur Verfügung, werden Lager mit geringer Querschnittshöhe gewählt, z.B. Nadelkränze, Nadellager ohne oder mit Innenring, Rillenkugellager und Pendelrollenlager bestimmter Reihen.
Ist der axiale Bauraum begrenzt, eignen sich bei radialer und kombinierter Belastung Lagerreihen einreihiger Zylinderrollenlager, Rillen- oder Schrägkugellager. Für axiale Belastungen werden Axial-Nadelkränze, Axial-Nadellager oder Axial-Rillenkugellager bestimmter Reihen eingesetzt.
Ein weiteres Merkmal ist die Art, wie die Lager eine Welle führen. So gibt es Lager, die axiale Verschiebungen zulassen, Lager, die eine Welle in einer oder in beiden axialen Richtungen führen und solche, die winkelbeweglich sind und somit Schiefstellungen der Anschlusskonstruktion zulassen.
Zur Bestimmung der Lagergröße sind in erster Linie die Höhe und Art der Belastung – dynamisch oder statisch – die Lager-Tragfähigkeit sowie die Anforderungen an die Gebrauchsdauer und Betriebssicherheit der Lagerung ausschlaggebend. Umlaufende Lager sind dynamisch beansprucht. Statisch beansprucht werden Lager bei sehr langsamer Relativbewegung zwischen den Lagerringen, bei Schwenkbewegungen und bei Belastungen im Stillstand. Im Allgemeinen können bei gleichen äußeren Abmessungen Rollenlager höher belastet werden als Kugellager. Bei kleineren und mittleren Belastungen werden daher meist Kugellager, bei höheren Belastungen und größeren Wellendurchmessern häufig Rollenlager verwendet.

Gleitlager
Gleitlagerungen haben wie Wälzlagerungen die Aufgabe, zueinander bewegliche Teile abzustützen oder zu führen. Dabei müssen sie die auftretenden Kräfte aufnehmen und übertragen. Werden jedoch bei Wälzlagerungen die Lagerungs-Elemente durch rollende Teile - die Wälzkörper - voneinander getrennt, so gleitet bei Gleitlagerungen das zu bewegende Bauteil - meist eine Welle, ein Zapfen oder eine Leiste - auf der Gleitfläche einer feststehenden Lagerbuchse, einer Lagerschale oder einem Gleitstreifen. Die Gleitbewegung erfolgt damit direkt zwischen der Gleitschicht des Lagerkörpers und dem jeweils gelagerten Teil. Die Schmierung wird durch eingelagerte Schmierstoffe oder als feste Schicht auf einem Stützkörper aufgebracht sichergestellt. Bei radialer Bewegung stellt das Lagerspiel zwischen der Welle und der Gleitschicht die Beweglichkeit der Gleitpartner sicher.

Gleitlager gibt es als Radiallager, Axiallager, Streifen, Halbschalen und in vielen weiteren Bauformen. Sie laufen geräuscharm, eignen sich besonders, wenn hohe Belastungen bei verhältnismäßig langsamen Dreh- und Schwenkbewegungen aufgenommen werden müssen sowie bei hohen und tiefen Temperaturen. Durch ihre vielfältigen spezifischen Eigenschaften werden sie deshalb auch in fast allen Industriebereichen verwendet, speziell dann, wenn nur ein sehr begrenzter Einbauraum zur Verfügung steht.